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16.01.2019

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Plothener Teichgebiet & der Thüringer Landgesellsellschaft mbH

2018 war ein Jahr der unerwarteten Ereignisse und der besonderen Herausforderungen, nicht nur für die Kooperationspartner selbst, sondern für alle Beteiligten. Der lange und trockene Sommer stellte nicht nur für die Gehölzstrukturen im Teichgebiet eine enorme Belastung dar, sondern führte bei den zahlreichen Teichen zu Wassermangel und bei den flacheren Gewässern zu einer Überhitzung, was sich negativ auf die geschützten Tier- und Pflanzenarten ausgewirkt hat. Hinzu kamen die Starkwindereignisse des Orkantiefs Friederike im Januar und der Windhose im September 2018, die zahlreiche Bäume zum Umstürzen brachten. Besonders die Windhose hat dabei in den Gemeinden Plothen und Dreba so starke Schäden verursacht, dass die Aufräumarbeiten derzeit noch andauern.

Der Tradition folgend, trafen sich zum Jahresende Vertreter der Bürgerinitiative (BI) und der Thüringer Landgesellschaft (ThLG), des Naturparks und der Landtagsabgeordnete Stefan Gruhner mit weiteren Interessenten und Behördenvertretern, um zurück zu schauen, Bilanz zu ziehen und kommende Projekte zu besprechen. Im Handeln sind sich alle einig. Sie wollen das größte Teichgebiet in Thüringen nachhaltig bewahren. Aufgrund der Einzigartigkeit für den Naturschutz ist die Teichlandschaft um Dreba, Plothen und Knau von herausragender Bedeutung und stellt für die Bevölkerung der Region ein starkes Identifikationsmerkmal dar. Das Jahr 2018 begann für das Plothener Teichgebiet mit einer größeren öffentlichen Aufmerksamkeit, nachdem die Obere Wasserbehörde im Zuge der Fachaufsicht Eigentümer von Damm-Grundstücken, u.a. am Rommelteich und am Semmlergruppenteich angeschrieben hatte, um dort Unterhaltungsmaßnahmen einzufordern. Die VG Seenplatte, die BI und der Naturpark leisteten in diesem Zusammenhang wichtige Vermittlungsarbeit zwischen der Behörde und den Betroffenen. Durch den von den Eigentümern, Pächtern und Helfern durchgeführten schnellen Freischnitt der Dämme konnten weitere Forderungen abgewendet werden. Um die Obere Wasserbehörde für die Probleme der Akteure in der Region zu sensibilisieren, die Kommunikation untereinander zu fördern und eine engere Zusammenarbeit bei der Lösung von Problemstellungen zu erreichen, lud die Bürgerinitiative im August 2018 die Obere Wasserbehörde zu einem ersten gemeinsamen Gespräch ein.

Als ein weiterer wichtiger Termin im August ist der Vortrag der BI im Thüringer Landtag zu nennen. Vor dem Umweltausschuss nahm die BI zum Entwurf des Thüringer Wassergesetzes umfangreich Stellung und beantwortete Fragen des Ausschusses. Im Redebeitrag stellte die BI deutlich heraus, dass das neue Wassergesetz den besonderen Anforderungen dieser bemerkenswerten und in Thüringen einmaligen Teichlandschaft gerecht werden muss. Der Sturm am 23. September verursachte im Teichgebiet enorme Schäden, die auch die Teichlandschaft mit ihren Dämmen hart traf. Die ThLG wurde umgehend tätig, um die Dämme der freistaatseigenen Teiche und den geschädigten Baumbestand zu begutachten. Allein für die Beräumung der betroffenen Bereiche und die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit entlang der Wege musste bisher ein Betrag von rund 61.000 € brutto aufgewendet werden. Betroffen waren hier vor allem die Dämme am Dörringen- und Födischteich, am Fürstenteich sowie am Hausteich.

Von den Bauprojekten, die 2018 erfolgreich abgeschlossen werden konnten, ist u.a. die Neugestaltung des Vorplatzes am Hausteichhaus zu nennen. Die Idee von Frau Linke aus der ThLG, vor dem Pfahlhaus die alten Rohre und Betonfundamente zu beseitigen, um eine zum Wasser führende, bogenförmige Sitztreppe sowie einen Rastplatz und Fahrradständer einzuordnen, fand großen Anklang und begeistert seit der Eröffnung zahlreiche Besuchergruppen. Entstanden ist ein besonderer Aufenthaltsbereich für Jung und Alt, der in unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Pfahlhauses zum Verweilen und zum Beobachten der Natur einlädt. Bei der Planung und Umsetzung wurden Vereine und Interessengruppen mit eingebunden. Bedauerlicherweise mussten aufgrund von Lieferschwierigkeiten der Baustoffe und dem eng gesteckten Zeitfenster für die Ausführung einige Kompromisse bei der Materialauswahl eingegangen werden. Das Gesamtergebnis überzeugt jedoch vollständig und ersetzt nun einen unattraktiven Schotterplatz. 

Ebenfalls fertiggestellt werden konnten zu Beginn 2018 drei kleinere Nebenteiche des Mittelteiches. Diese wiesen starke Gehölzsukzession auf den Dämmen und marode Zu- und Abläufe auf. Die Wasserflächen waren stark verlandet. Die Baumaßnahme beinhaltete das Freimachen und Instandsetzen der Dämme, den Einbau von Mönchen und die Wiederanlage der Zulaufgräben mit Anbindung an die Felddrainagen. Bei zwei Teichen wurden darüber hinaus die Ufer abgeflacht, damit diese Gewässer optimale Bedingungen für den nördlichen Kammmolch bieten. In den vergangenen Jahren konnten, bis auf den Alten Teich, den Hausteich und den Knauer Kohlungsteich, alle Teiche mit einem Stauvolumen von über 100.000 m3 grundhaft saniert werden.
Anfang dieses Jahres wird eine weitere Baumaßnahme starten, die Sanierung des Breiten Teiches, der direkt gegenüber dem Alten Teich an der Verbindungsstraße Knau-Plothen liegt. Hier werden der Mönch und die Abfischgrube erneuert und der langgezogene Dammkörper neu profiliert und ertüchtigt. Wichtige Voraussetzung für diese und weitere Sicherungs- und Sanierungsarbeiten im Plothener Teichgebiet war die Vertragsverlängerung zwischen dem Freistaat Thüringen und der Thüringer Landgesellschaft mbH ab dem 1.1.2019 um weitere 3 Jahre. Dadurch kann die wichtige und über Jahre gewachsene Zusammenarbeit zwischen der BI und den Akteuren vor Ort fortgesetzt werden. In diesem Sinne starten auch die vor 6 Jahren eingeführten und etablierten Teichschauen wieder neu, um Veränderungen an den Teichen erkennen und weiterhin Hilfestellungen für Teichbesitzer und -pächter geben zu können.
2019 können weitere neue Projekte im Teichgebiet umgesetzt werden, wie z.B. die über den Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale initiierten und koordinierten neuen Lehrpfade im Teichgebiet und im Gutspark Knau. Mit den kommunalen Gebietsveränderungen werden auf alle Akteure und Partner neue Herausforderungen zukommen, die es zu meistern gilt, verbunden mit dem Wunsch, auch weiterhin als Teichregion an einem Strang zu ziehen und zusammenzuhalten.

 

Thüringer Landgesellschaft mbH i.V. Birgit Henn

Bürgerinitiative Plothener Teichgebiet i.A. Stephan Umbach



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