Aktuelles



20.01.2020

Presseerklärung der BI „Plothener Teichgebiet“ und der Th. Landgesellschaft

Zu Beginn eines jeden Jahres ist es im „Land der Tausend Teiche“ eine schöne und wichtige Tradition geworden, dass die Bürgerinitiative Plothener Teichgebiet (BI) und die hier tätige Thüringer Landgesellschaft (ThLG) eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlichen, um über die Aktivitäten des vergangenen Jahres zu informieren und in der gemeinsam Ausschau auf die Vorhaben des aktuellen Jahres genommen wird. Vorausgegangen war ein gemeinsamer Jahresabschluss, zu dem die BI Ende des Jahres eingeladen hatte, um den Austausch, das Miteinander, den Zusammenhalt und die Einbindung der Region zu stärken. Neben dem Landrat Thomas Fügmann und Frau Mertz von der VG Seenplatte, konnten in vergrößerter Runde Vertreter der ThLG, des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/ Obere Saale und der Natura2000-Station begrüßt werden.

Seit mittlerweile 10 Jahren setzen sich die Ehrenamtlichen der BI mit viel Engagement für den Erhalt des Teichgebietes und seiner bemerkenswerten Natur- und Kulturlandschaft ein. Seitdem fanden zahlreiche Tagungen und Beratungen statt, die u.a. das Bewusstsein schärften, dass man nur miteinander die Ziele erreichen kann. 

Die Fortführung der Teich- und Grabenschauen, die Beseitigung von Sturmschäden, das Einbringen bei Gesetzgebungsverfahren, kleinere Baumaßnahmen und kommunale Veränderungen standen im Mittelpunkt der Arbeit im Jahr 2019. Die wichtigen Grabenschauen fanden im Frühjahr 2019 turnusmäßig nach 3 Jahren ihren Abschluss, damit ab September nach 6 Jahren die Teichschauen wieder neu starten konnten. Zentrales Ziel der Schauen bleibt, die Funktionalität des Teich-Graben-Systems zu bewahren und die Veränderungen in der Teichregion, notwendige Hilfestellungen für den Erhalt zu erkennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. 

Aufgrund der kommunalen Veränderungen im Teichgebiet fanden 2019 bereits Gespräche der BI und der ThLG mit der Stadtverwaltung Neustadt an der Orla statt, um die Stadt als neuen Partner in der Teichgebiets-Gemeinschaft begrüßen zu können. Bei der Teichschau entlang des Wildgrabens Ende Oktober konnte Bürgermeister Ralf Weiße durch seine Teilnahme erste wichtige Eindrücke über die Arbeit in der Teichregion und der hier aktiven Menschen und Behörden gewinnen.

2019 war darüber hinaus geprägt von großen Gesetzgebungsverfahren, die Auswirkungen auf das Teichgebiet und die Region haben. Wichtig war in diesem Zusammenhang, dass die BI gehört wurde und mit Stellungnahmen Vorschläge einbringen und Kritik üben konnte, wie z.B. beim neuen Thüringer Wassergesetz oder dem Naturschutzgesetz. Durch das neue ThürWasserG besteht nun erstmals die Möglichkeit, dass eine Rechtsverordnung für den besonderen und behutsamen Umgang beim Bau, Betrieb und bei der Unterhaltung von „kulturhistorisch bedeutsamen Stauanlagen“ geschaffen werden kann. In der Gesetzesbegründung dazu wurde in diesem wichtigen Punkt konkret auf das gesamte Plothener Teichgebiet verwiesen. Ob die im Wassergesetz enthaltene Lösung zu den früheren herrenlosen Speichern zu einem Erfolg in der Praxis führen kann, bleibt hingegen abzuwarten.

Die Initiative hatte 2019 zudem mehrfach die Möglichkeit, mit der Umweltministerin Anja Siegesmund ins Gespräch zu kommen, z.B. bei ihrer Sommertour, die sie zum Hausteichhaus und in die Jugendherberge Plothen führte. Im März nahmen die BI und die ThLG gemeinsam eine Einladung des Umweltministeriums in Erfurt wahr, wo ihnen die Pläne zu den neuen Gewässerunterhaltungsverbänden und deren Auswirkung auf das Teichgebiet erläutert wurden. Die BI unterstützte 2019 den Naturpark bei einer Fachtagung zum FFH-/SPA-Schutzgebiet mit einem Vortrag und bei einer Podiumsdiskussion in der Plothenbachhalle, bei der Erstellung der neuen Lehrpfade und neuer Publikationen. 

Im „Land der Tausend Teiche“ konnten im Jahr 2019 auch wichtige bauliche und landschaftspflegende Maßnahmen umgesetzt werden, die von der ThLG betreut und moderiert wurden. Eine zentrale Aufgabe war zunächst, umfangreiche Schäden der Windhose von 2018 und des Borkenkäferbefalls zu beseitigen. Der Sturm hatte u.a. die Amphibienleiteinrichtung an der Verbindungsstraße von Plothen nach Dreba so stark geschädigt, dass ihre Funktionalität nicht mehr gegeben war. Entlang des freistaateigenen Flurstücks in der Gemarkung Dreba erfolgte auf einer Länge von ca. 340 m im November 2019 die Ausbesserung bzw. Erneuerung der Leitelemente aus Stahl und Beton. Diese Instandsetzungsarbeiten wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt. Der Landkreis stellte hierfür zudem eigene Gelder und Materialien zur Verfügung, um weitere ca. 890 m der Leiteinrichtung in Stand setzen zu können. Somit ist die Leiteinrichtung vom Starenteich bis zum Oberländerteich beidseitig der Straße wiederhergerichtet und dadurch für die kommende Wanderung der Amphibien im Frühjahr 2020 bereit.

In einem freistaateigenen Fichtenforst in der Gemarkung Dreba, in welchem seit ca. 1,5 Jahren der Borkenkäfer und die Trockenheit den Wald Stück für Stück vernichtete, erfolgte neben den notwendigen Fällungen nun die Etablierung eines Mischwaldes. Diese Maßnahmen wurden durch die ThLG eng mit dem ThüringenForst unter der Zielstellung abgestimmt, einen zukunftsfähigen und stabilen, an die veränderten klimatischen Gegebenheiten angepassten Waldbestand zu entwickeln. Auch nördlich des Starenteiches wurden 2019 auf einer Fläche von ca. 1.200 m² eine Mischwaldfläche neu angepflanzt. Hierbei handelt es sich um Kompensationsmaßnahmen für die notwendigen Fällungen im Zuge der Baumaßnahmen am Breiten Teich aus dem Jahr 2018.

Im Zuge der jährlichen Überwachung der Teichanlagen wurde Mitte Oktober 2019 bei einer Begehung des Hausteichdamms mit der Aufsichtsbehörde festgestellt, dass die Böschung des Dammbauwerks erhebliche Schäden aufwies, die ein schnelles Handeln in diesem Bereich notwendig machte. Der Damm des Hausteiches war in den Wasserwechselzonen erheblich unterspült. Diese Ausspülungen bedrohten auch den historischen Baumbestand, den die Akteure an dieser Stelle jedoch unbedingt erhalten wollen. Sofortmaßnahmen mussten eingeleitet werden, um die Verkehrssicherheit wieder gewährleisten zu können. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Baumsachverständigen und der Oberen Wasserbehörde wurden die alten Bäume mittels Baumgrubensubstrat vorsichtig unterfüttert und der Damm mit Erde und Wasserbausteinen in einem Abschnitt von ca. 40 m Länge gesichert sowie in den Wasserwechselzonen durch eine Steinschüttung stabilisiert.

Am denkmalgeschützten Hausteichhaus, das im Eigentum des Freistaates steht und dessen Museum zur Fischerei sehr engagiert vom Plothener Heimatverein betrieben wird, wurde die schwergängige Eingangstür in Abstimmung mit der Oberen Denkmalschutzbehörde so umgebaut, dass das Öffnen jetzt einfacher möglich ist. Auch die klemmenden Schiebeläden der Fenster wurden durch einen beauftragten ortsansässigen Zimmermann wieder gangbar gemacht. 

Weitere Maßnahmen betrafen den Klemmsteich, bei dem ein neuer Mönch eingebaut werden konnte, sowie Sicherungsarbeiten am Dörringen- und Starenteich. 

Im Jahr 2020 ist die grundhafte Instandsetzung des Alten Teichs zwischen Knau und Plothen vorgesehen, diese zu planen und möglichst auch baulich umzusetzen. Die ThLG wird die Pflege des Baumbestands auf den freistaateigenen Flurstücken fortsetzen und das Baumkataster fortschreiben. Von hoher Wichtigkeit ist zudem, die Sanierung des Dammes des Hausteiches im Blick zu behalten. Diese sehr umfangreiche Maßnahme, die mit allen Akteuren und Betroffenen abzustimmen ist und umfangreiche Planungen erforderlich macht, könne vorausschauend dann evtl. im Jahr 2021 neben vielen kleineren Maßnahmen umgesetzt werden. 

 

20.01.2020

 

BI Plothener Teichgebiet Thüringer Landgesellschaft mbH

i.A. Stephan Umbach i.V. Birgit Henn

 
 
 
 
 
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